Nach mehreren Jahren Arbeit kommt die Oberfläche des Firefox-Browsers von Mozilla nun ohne XBL aus. Stattdessen nutzt er Webcomponents und damit standardisierte Technik.

Vor mehr als vier Jahren hat Mozilla erstmals angekündigt, in seinem Firefox-Browser auf die Eigenentwicklung XUL und das eng verwandte XBL verzichten zu wollen. Wie der für die Entwicklung zuständige Brian Grinstead in seinem Blog berichtet, nutzt der Browser kein XBL mehr. Damit sei die Migration des Firefox-UI auf Webcomponents abgeschlossen.

Wie Grinstead schreibt, wurde das Firefox-UI von Anfang an mit Hilfe der Web-Techniken DOM und Javascript als eine Art Single-Page-Application erstellt. Zu Beginn dieser Entwicklung vor mehr als 20 Jahren gab es jedoch viele der heutigen Webtechniken schlicht noch nicht, so dass sich Mozilla eben mit den Eigenentwicklungen XUL und XBL behelfen musste.

Bei XBL handelt es sich dabei um sogenannte Bindings, die an DOM-Elemente angehängt werden konnten. Im Quellcode von Firefox haben sich etwa 300 dieser Bindings befunden, deren Implementierung rund 50.000 Zeilen Code umfasst habe. Dies seien kleine Elemente wie Label für Schaltflächen gewesen oder auch sehr große, um etwa den Status des Browsers zu kontrollieren wie für die Tab-Verwaltung.

Das Projekt auf XBL zu entfernen, habe Mozilla lange nicht umsetzen wollen, da die Entwickler fürchteten, das gesamte UI neu schreiben zu müssen. Grinstead weist jedoch darauf hin, dass XBL eben große Ähnlichkeiten zu den Webcomponents aufweise. Die Entwickler haben dabei die alten Bindings mit der neuen Technik reimplementiert und die API so weit es geht kompatibel zur alten Technik gehalten.

Nach der Umstellung selbst sei den Entwicklern das Arbeiten mit dem Code jedoch leichter gefallen, so dass einige der Bestandteile bereits umgearbeitet wurden.
Weitere Details liefert der Blogeintrag von Grinstead.

Beitrag bei Golem