Die ersten Router mit 5G-Unterstützung kommen auf den Markt, interessant sind die Geräte von Huawei, HTC und Inseego auch für Apple-Nutzer.

Die neue Mobilfunktechnologie 5G ist bereits in der Schweiz und in den ersten deutschen Städten verfügbar, mehrere Smartphones mit 5G-Unterstütztung sind schon auf dem Markt. Leider gibt es bisher noch keine Geräte von Apple mit 5G-Modem – iPad- und iPhone-Nutzer müssen wohl bis 2020 mit LTE vorlieb nehmen. Schon jetzt kann man aber von den Vorteilen von 5G profitieren, wenn man einen Router mit 5G-Modem nutzt – per WLAN steht die schnelle Mobilfunkanbindung dann auch dem Macbook, iPhone und iPad zur Verfügung. Es gibt sogar schon zwei Mobil-Router mit Akku. Nicht zu vergessen: Da diese Router keinen DSL- oder Glasfaser-Anschluss benötigen, kann man sie problemlos mit in die Ferienwohnung oder zur Live-Berichterstattung mitnehmen und im Zug nutzen - ohne Angst vor Überhitzung zu haben .

Huawei bei Vodafone
Der deutsche Provider Vodafone bietet mit dem Gigacube 5G ein relativ großes Gerät an, das keinen eigenen Akku besitzt. Das Gerät wiegt 700 Gramm und misst 10 x 10,7 x 21,5 cm.
Wie schon die Aufschrift „Huawei“ verrät, handelt es sich aber um ein Gerät aus China, den Huawei 5G CPE Pro mit firmeneigenen Balong 5000 Chipset.

Für 349 Euro erhält man ein Gerät mit zwei Gigabit-LAN-Ports, Schnittstellen für USB und externe LTE-Antennen. Konfiguration erfolgt per App, eine iOS-Version ist verfügbar. Man kann das Gerät zwar frei aufstellen, eine externe Stromversorgung ist aber nötig.

Schneller, niedrigere Latenz
Das Netz von Vodafone ist allerdings noch klein, nur in 20 Städten ist 5G eingeschränkt verfügbar. Zumindest das Gerät selbst bietet gute Voraussetzungen: Bis zu 2800 Mbit/s soll die Download-Rate betragen können, die Gigacube Version CAT16 mit LTE-Unterstützung schafft maximal 1600 Mbit/s. Als Upload-Rate verspricht Huawei eine Datenrate von bis zu 1,25 GBps, per LTE sind nur 150 Mbit/s möglich, also spürbar weniger.

Laut Angaben von Vodafone sind allerdings aktuell bei Downloads nur 500 Mbit/s über das Vodafone-Netz möglich, die maximalen Downloadraten von 2800 Mbit erreicht der Nutzer laut Kleingedrucktem nur „perspektivisch“. Ein weiterer Vorteil des 5G-Netzes ist allerdings die bessere Latenz, so sollten per 5G Aufgaben wie Gaming oder Live-Streaming deutlich besser funktionieren.

HTC bei Telekom und Sunrise
Sunrise und Telekom haben ein weit mobileres Gerät von HTC im Programm, den HTC 5 G Hub. 800 Euro kostet das Gerät im Telekom-Shop . Als ein Multifunktionsgerät hat HTC den 5G Hub konzipiert, der auf einem Chip von Qualcomm, dem Snapdragon 855 und dem Qualcomm-Modem X50 basiert. Es läuft unter Android 9 und bietet keineswegs nur Internetzugang. Auf dem 5-Zoll-Touchscreeen kann man auch Videos abspielen, zwei Lautsprecher sind ebenso integriert wie Mikrofon, Bewegungssensor und SD-Kartenslot.
Das kompakte Gerät mit großem Display bietet einen Akku mit 7660 mAh, der „den ganzen Tag“ halten soll, unterstützt bis zu 20 Geräte und einen internen Speicher von 32 GB. Mit 320 Gramm und den Maßen 12,9 x 10 x 4,3 cm ist er kompakt, bietet aber auch eine Ethernet-Schnittstelle.
Als maximale Download-Rate gibt HTC 2,63 Gbp/s an, als Uplink magere 287 Mbp/s. Laut Telekom soll aber erst ein Firmware-Update im Sommer die Unterstützung von 5G nachrüsten.


Inseego
Für den US-Mobilfunkanbieter Verizon ist ein Produkt von Huawei natürlich ausgeschlossen, amerikanische 5G-Nutzer müssen deshalb auf ein Produkt von Inseego zurückgreifen – einen mobilen Router, der einzeln 650 Dollar oder 27 Dollar im Monat kostet.
Hier kommt die gleiche Technologie von Qualcomm zum Einsatz, das Modem Snapdragon X50 5G und der SOC Snapdragon SM8150. Angaben zur Transferleistung gibt es allerdings bisher nicht. Mit einem Gewicht von 242 Gramm und den Maßen 12,3 x 8,8 x 3 cm ist das Gerät deutlich kompakter als das Gerät von Huawei, bietet aber ebenfalls Ethernet, USB-C, Wi-Fi 2,4 GHz und 5 GHz sowie einen austauschbaren 4400 mAh-Akku. Bedient wird das Gerät per Touchscreen, bis zu 15 Nutzer können per WLAN zugreifen. Inseego ist in Deutschland wohl wenig bekannt, für Firmen bietet der Hersteller etwa unter den Namen Skyus LTE-A Pro 5G-Router für industrielle Anwendungen.

Auch bei Verizon können die Nutzer die Leistung des Modems aber aktuell noch nicht komplett abrufen, nur Download erfolgen aktuell über 5G – Uploads anscheinend nur über LTE.


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